Ortsverein Pommersche Boddenküste

Erwin Sellering zum Offenen Brief von Hans-Walter Westphal

Veröffentlicht am 01.06.2012 in Allgemein

Liebe Freundinnen und Freunde,

in der vergangenen Woche hat ein Offener Brief von Hans-Walter Westphal für öffentlichen Wirbel gesorgt. Er beklagt sich darin über eine Sonderhilfe für das Mecklenburgische Staatstheater in Schwerin.
Ich will euch kurz über die Gründe für unsere Entscheidung informieren:

Wir alle wissen, dass das Land angesichts der rückläufigen Transfermittel aus dem Solidarpakt II die Mittel für die Theater und Orchester nicht anheben kann. Wir haben aber mit unserem Regierungspartner vereinbart, die Mittel für die Theater und Orchester in den nächsten Jahren bei 35,8 Millionen Euro stabil zu halten. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Theater noch enger miteinander kooperieren und ihre Strukturen so ausrichten, dass sie mit diesem Geld auch auskommen.
Auf freiwilliger Basis war das nicht zu erreichen. Deshalb arbeitet unser Bildungsminister Mathias Brodkorb zur Zeit an einem Theaterkonzept, das im Herbst vorliegen soll.
Für das Schweriner Theater ist dieser Zeitpunkt ein Problem. An diesem Theater müssten eigentlich sofort Strukturentscheidungen getroffen werden. Sonst droht die Gefahr einer Insolvenz. Es macht aber keinen Sinn, wenn das Schweriner Theater jetzt Entscheidungen trifft, die gar nicht zum späteren Theaterkonzept passen. Deshalb haben wir am vergangenen Dienstag gemeinsam mit unserem Regierungspartner entschieden, dass das Theater eine einmalige Hilfe in Höhe von 2 Millionen Euro erhält. Damit ist die nächste Spielzeit gesichert. Und es ist ein Zeitfenster eröffnet worden, in dem wir an einem landesweiten Theaterkonzept arbeiten können.
Voraussetzung für diese Sonderhilfe war ein Beschluss der Schweriner Stadtvertretung, in dem sich die Stadtvertreter dazu bekannt haben, dass auch im Mecklenburgischen Staatstheater Sanierungsbedarf besteht und Strukturentscheidungen fallen müssen, die zu Einsparungen in einer bestimmten Höhe führen.
Ich möchte noch eins hinzufügen. Wir haben im vergangenen Jahr in einer ähnlichen Situation auch dem Theater Anklam Sonderhilfen ermöglicht. Es ist also falsch, wenn behauptet wird, dass hier eine Region oder ein Theater besonders bevorzugt wird.
Es ging und geht uns bei unserer Entscheidung darum, in einer besonderen Notlage zu helfen und ein Zeitfenster zu öffnen, damit ein vernünftiges landesweites Theaterkonzept erarbeitet werden kann.
Mit freundlichen Grüßen
Erwin Sellering