Ortsverein Pommersche Boddenküste

SPD fordert einen STOP für den Bau von Ferienwohnungen!

Veröffentlicht am 23.08.2013 in Allgemein

Auf der öffentlichen Mitgliederversammlung des SPD-Ortsverein Darß wurde der Beschluss:
„STOP von Genehmigungen für den Bau von Ferienwohnungen gefasst." Darin wird der Landesvorstand der SPD ebenso aufgefordert, wie auch die SPD-Fraktion im Landtag, nach Möglichkeiten und Wegen zu suchen, wie von Landesseite dem weiteren extensiven Ausbau von Ferienwohnungen und Ferienhäusern begegnet werden kann.

Zuvor hatte der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins den Mitgliedern und Gästen – unter ihnen auch die Bürgermeister von Born und Wieck und der stellv. Bürgermeister von Zingst- anhand von Tourismuskennzahlen
aufgezeigt, dass sich die Auslastung der Ferienbetten nur noch zwischen 27,5% in Zingst und 17,7% in Born bewegen, sich z.B. in Born die Bettenzahl von 2009 bis 2012 um 13,2% steigerte, jedoch die Übernachtungen um fast 9% sanken. In Zingst stiegen die Bettenanzahl im gleichen Zeitraum um 13%, während die Gästezahl um 11% sank. Das zeigt, so Michael Schmidt, dass am Bedarf vorbei gebaut wird und lediglich den kommer-ziellen Investitionen, zumeist von Anlegern aus den alten Bundesländern, dienen.
Intensiv wurde die dichte Bebauung in Zingst beklagt und natürlich auch die Auseinandersetzung um den Borner Holm. Es fragt sich, ob Bürger-meister Scharmberg sich nicht zu den profitsüchtigen Investoren gesellt, wenn er hier im Naturschutzgebiet investieren und damit lediglich seine Gemeindekasse auffüllen will. Die jetzige Begründung „ Wir brauchen Gäste, die es sich leisten können in Born essen zu gehen, in gediegener Umgebung abseits vom Trubel des Tagestourismus“ zeigt, dass er von seinen derzeitigen Gästen, Bürgern und Gastronomen keine gute Meinung hat.
Sonja Steffen, MdB und Kandidatin der SPD für den Bundestag, forderte mehr Transparenz in den Bauleitplanungen, die allein in der Verantwortung von Kommunen liegen. Sie berichtete, dass die Bundestagsfraktion der SPD ein Konzept erarbeitet, wie mehr Bürgerbeteiligung bereits am Beginn einer Planung erreicht werden kann. So soll z.B. die Position eines „Bürgeranwaltes“ geschaffen werden, der Sitz und Stimme in allen diesbezüglichen Gremien erhalten soll.
Herr Raimund Jennart, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Fisch-land-Darß-Zingst, berichtete ausführlich über das Fahrradwegenetz und betonte, dass zur Zeit eine Bestandsaufnahme durchgeführt wird, um zunächst den Zustand der vorhandenen Wege zu klassifizieren. Aus dem Publikum kam harsche Kritik am Zustand der Radwege, die teilweise nicht verkehrstüchtig seien. Es offenbarte sich, dass hier ein Kompetenz- und Finanzierungsgerangel zwischen Kommune, Kreis und Land besteht und es schwierig für die Kommunen ist, die notwendigen Gelder zum Unterhalt dieser Wege zu beschaffen. Eine größere Fördersumme sei abrufbereit vorhanden und es ist damit zu rechnen, dass notwendige Instandsetzungsarbeiten noch in diesem Jahr erfolgen.
Für den SPD-Ortsverein Fischland-Darß-Zingst war diese erste öffentliche Mitgliederversammlung eine sehr gute Erfahrung und Ermutigung, künftig ihre Versammlungen weiterhin öffentlich zu gestalten.